Freitag, 17. Oktober 2008

Spaß mit Solaris-Zones

Zones werden immer wieder als eins von den Killer Features von Solaris genannt. Es handelt sich hierbei um eine Art leichtgewichtige Virtualisierung ähnlich den FreeBSD Jails, nur sehr viel mächtiger. Unter anderem ist es auch möglich sogenannte "branded zones", welche z.B. Linux virtualisieren, anzulegen.
Ich werde heute erst einmal zeigen wie man eine Zone vom Typ ipkg anlegt, dies sind einfache Instanzen von Solaris. Sie laufen völlig abgeschottet vom Rest das Systems. In ihnen lassen sich separate Services fahren und man kann ihnen unter anderem eingeschränkte Ressourcen (z.b. eine einzelne CPU von einem SMP System) zuweisen.
Ein Beispiel: In einer Zone läuft ein Webserver auf den ein Angriff gelingt. Der Angreifer hat sich jetzt zwar Zugriff auf die Zone verschafft, kann aber nicht auf andere Services in anderen Zones zugreifen oder auf das Hauptsystem welches von der Zone aus nicht sichtbar ist. Eine DoS Attacke die z.b. versucht alle Ressourcen des Systems aufzubrauchen schlägt fehl da diese beschränkt sind.
Um Zones anzulegen und zu verwalten greift man auf die Tools zonecfg und zoneadm zurück.
Als erstes listen wir einfach mal alle Zonen auf die wir haben:

[root@itzkoatl:zones]> zoneadm list -cv
ID NAME STATUS PATH BRAND IP
0 global running / native shared

global steht für unser Hauptsystem. Die Option -c zeigt uns Zonen an die im Status configured sind, dazu aber später.
Nun wollen wir unser System fit für Zones machen. Ich lege dazu einfach ein zusätzliches ZFS Filesystem im Ordner /export an. Dies geschieht einfach durch den Befehl zfs create rpool/export/zones. (Zones brauchen anscheinend ein separates Filesystem auf dem sie angelegt werden).
Originell wie wir sind legen wir jetzt eine Zone mit dem Namen "test" an:

[root@itzkoatl:~]> zonecfg -z test
test: No such zone configured
Use 'create' to begin configuring a new zone.
zonecfg:test> create
zonecfg:test> set zonepath=/export/zones/test
zonecfg:test> verify
zonecfg:test> commit
zonecfg:test> exit
[root@itzkoatl:~]> zoneadm list -cv
ID NAME STATUS PATH BRAND IP
0 global running / native shared
- test configured /export/zones/test ipkg shared

Mit create lege ich die Zone an, nun muss ich lediglich einen Pfad angeben in dem die Zone beherbergt werden soll (dafür haben wir ja gerade unser ZFS Filesystem errpool/export/zones erstellt). Mit verify überprüfen wir ob auch alles ok ist und mit commit legen wir dann die Konfiguration an (Für alle die es interessiert: die Konfiguration wird in /etc/zones/test.xml gespeichert).
Unsere Zone befindet sich nun im Status configured, das bedeutet das wir jetzt ein System in die Zone installieren können. Nachdem wir das System erfolgreich in die Zone installiert haben läßt sie sich wie ein separater Rechner booten und wir können uns mit zlogin einloggen.

[root@itzkoatl:~]> zoneadm -z test install
A ZFS file system has been created for this zone.
Authority: Using http://pkg.opensolaris.org:80/.
Image: Preparing at /export/zones/test/root ... done.
Cache: Using /var/pkg/download.
Installing: (output follows)
DOWNLOAD PKGS FILES XFER (MB)
Completed 52/52 7842/7842 75.32/75.32

PHASE ACTIONS
Install Phase 12903/12903
PHASE ITEMS
Reading Existing Index 9/9
Indexing Packages 52/52

Note: Man pages can be obtained by installing SUNWman
Postinstall: Copying SMF seed repository ... done.
Postinstall: Working around http://defect.opensolaris.org/bz/show_bug.cgi?id=741
Done: Installation completed in 268.109 seconds.

Next Steps: Boot the zone, then log into the zone console
(zlogin -C) to complete the configuration process
[root@itzkoatl:~]> zoneadm -z test boot
[root@itzkoatl:~]> zlogin -C test
[Connected to zone 'test' console]
(hier hab ich noch mal ENTER drücken müssen)

You did not enter a selection.
What type of terminal are you using?
1) ANSI Standard CRT
2) DEC VT100
3) PC Console
4) Sun Command Tool
5) Sun Workstation
6) X Terminal Emulator (xterms)
7) Other
Type the number of your choice and press Return:
...
test console login: root
Password:
Oct 17 14:53:45 test login: ROOT LOGIN /dev/console
Sun Microsystems Inc. SunOS 5.11 snv_99 November 2008
root@test:~#

Jetzt werden wir durch eine Installationsroutine geführt (Zum Fortfahren einfach ESC-2 drücken). Danach läuft eine virtualisierte Instanz von Solaris auf unserem System. Übrigens beim erstellen einer neuen Zone wird pkg eventuell einige Pakete herunterladen, dies geschieht aber nur einmal und zukünftige Zones werden sich die Pakete einfach aus dem Package-cache ziehen.

Jetzt wollen wir als kleines i-Tüpfelchen noch eine virtuelle Netzwerkkarte hinzufügen und unserer Zone eine eigene IP geben ;)
Dazu machen wir im Hostsystem folgendes:

[root@itzkoatl:export]> zonecfg -z test
zonecfg:test> add net
zonecfg:test:net> set physical=rtls0
zonecfg:test:net> set address=192.168.1.111
zonecfg:test:net> end
zonecfg:test> verify
zonecfg:test> commit
zonecfg:test> exit
[root@itzkoatl:export]> zoneadm -z test reboot
zone 'test': WARNING: rtls0:1: no matching subnet found in netmasks(4) for 192.168.1.111; using default of 255.255.255.0.

Wie man sieht sorgen Zones sogar für Abhilfe wenn man vergessen hat die Subnetzmaske einzugeben ;). (Für alle die mit rtls0 nichts anfangen können: das ist der Name der Netzwerkkarte, in diesem Fall eine Realtek)
Unsere Zone ist jetzt im gesamten Netzwerk unter 192.168.1.111 erreichbar ;)

Wozu kann man Zones denn jetzt alles missbrauchen? Mit "branded zones" kann man z.B. Linux Applikationen ausführen (dazu eventuell später mal), oder man kann einfach eine abgeschottete Zone für Entwicklung einrichten, warum nicht einfach jedem seiner Freunde eine eigene Zone auf eurem Solaris Server geben? ;)

Kommentare:

Andre F. hat gesagt…

Vielen Dank xRaich[o]²x,

das ist eine super Anleitung!


Open Solaris Rocks!
Andre F.


--------------------------
Getestet mit OS2008.11 RC2

xRaich[o]²x hat gesagt…

Danke, hört man immer wieder gerne :). Seit wann gibts denn den RC2? Der ist doch noch gar nicht raus oder?

Markus hat gesagt…

Wirklich eine klasse Anleitung für jemanden der absolut neu bei opensolaris ist! Vielen Dank!