Samstag, 25. Dezember 2010

Die Sache mit Apple

"Hallo, ich bin raichoo und ich habe ein MacBook". Das sind Sätze mit denen man in vielen Kreisen schnell Freunde finden kann (Vorsicht Ironie!). Aber mal ehrlich, in den letzten Tagen kann man sich besonders schöne Kommentare gefallen lassen. Mein Favorit ist hier "Apfelnazi" (Goodwin's Law lässt grüßen). Die Diskussionskultur lässt hier ziemlich zu wünschen übrig, wer Leute nach dem Betriebssystem beurteilt hat in meinen Augen doch eher einen massiven Schaden.

Aber was bewegt die Leute dazu so zu reagieren? Auf der einen Seite mag das ganze auf einem pseudoelitären Gefühl basieren. Apple ist Mainstream. Gegen Mainstream sein ist rebellisch, cool und was weiß ich noch alles. Ich bin ja selber keine Ausnahme, meine Lebensweise ist sicherlich nicht die eines Ottonormalverbrauchers. Aber diese extremen Anfeindungen gehen doch echt schon zu weit.
Doch zurück zu den Beweggründen. Wikileaks ist im Moment sicherlich ein sehr bewegendes Thema, und das Verhalten vieler Firmen wie Visa, Paypal, Mastercard und auch Apple ist nicht nur verwerflich, es ist in meinen Augen auch undemokratisch.
Was also machen? Boykottieren? Guter Plan, Boykott war immer schon die wirksamste Waffe des Verbrauchers, denkt man sich. Die Problematik die sich hieraus aber ergibt ist folgende: der überwiegende Großteil der Firmen wird so reagieren. Ein bisschen Druck vom Staat eventuell noch ein paar Zuwendungen unter der Hand und schon wird der Stecker gezogen. Unsere Freiheit wird also potentiell von jeder Firma beschnitten die nur den nötigen Einfluss hat, oben genannte Beispiele befinden sich nur gerade in dieser Situation besonders in so einer Position. Man kann sich also praktisch totboykottieren, der Hydra wachsen die Köpfe einfach nach.

Wie also reagieren? Alle Apple Produkte aus dem Fenster werfen in den nächsten Mediamarkt rennen, ein Plastikwaffeleisen kaufen das nach einem Jahr auseinanderfällt und Ubuntu installieren? Ich sag es ehrlich: Linux ist derzeit einfach technisch keine Alternative für mich, und FreeBSD's Treibersituation auf Notebooks ist auch nicht wirklich berauschend. Windows mag ich nicht, usw.. Erreicht wird damit doch praktisch eh nichts. In meinen Augen ist beim Thema Wikileaks das effektivste Mittel doch eh: so hartnäckig spenden wie es nur geht. Wege dafür gibt es genug. Unterstützung ist weitaus mächtiger als Boykott.

Wenn mir also jemand ein Notebook mit 13" Formfaktor, 6 Stunden+ Akkulaufzeit, Alugehäuse, großen Touchpad auf dem mindestens ein FreeBSD rennt (damit meine ich das ALLE Komponenten auch zuverlässige Treiber haben) und das dazu auch noch KEINERLEI Komponenten von irgendeiner Firma enthält die irgendwo mal Scheisse gebaut hat zeigen kann, bring it on. (Das ist ernst gemeint, würde mich interessieren ob es da draußen irgendwas gibt was dem auch nur ansatzweise entspricht)

Kommentare:

Hannes hat gesagt…

..."und das dazu auch noch KEINERLEI Komponenten von irgendeiner Firma enthält die irgendwo mal Scheisse gebaut hat zeigen kann"...

Das sind natürlich recht derbe Anforderungen, die Apple ja auch nicht einhält, als Beispiel mal Foxconn.

Ich glaube nicht, dass es irgendwo den moralischen Hardware-Sieger gibt.
Ansonsten full ack.

xRaich[o]²x hat gesagt…

Das ist absolut das was ich sagen wollte ;)